Otto Dix greift das biblische Thema von Saul und David mehrfach in seinem Werk auf. Die Geschichte erzählt von König Sauls anfänglicher Gunst gegenüber David, der nach seinem Sieg über Goliath zum Heerführer ernannt wird. Doch als Davids Beliebtheit wächst, wandelt sich Sauls Bewunderung in Neid und Hass.
In der hier gezeigten Glasmalerei stellt Dix den mächtigen König formatfüllend dar. Das Gesicht ist abgewandt und von einem dunklen Blau überschattet – ein Ausdruck innerer Zerrissenheit und wachsender Eifersucht. In der rechten Hand hält er den Speer, den er laut biblischer Überlieferung auf David schleuderte.
Im Vordergrund erscheint David als Lichtgestalt. Er steht damit in starkem Kontrast zum düsteren Saul. Die Augen geschlossen, ist er ganz in die Musik seiner Harfe versunken. Sein Kopf neigt sich sanft zum Instrument, als berühre ihn die drohende Gefahr nicht. Die Gegenüberstellung von Licht und Schatten, Harmonie und Unheil verdeutlicht die dramatische Spannung der Szene. Saul verzehrt sich in dunklen Emotionen, während David in der Musik eine höhere Sphäre erreicht. Im Kunstmuseum Stuttgart gehört das »Saul und David« zum Sammlungsbestand moderner Glasmalerei aus den 1930er und 1950er Jahren.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2013-004
- Material / Technik: Beidseitig bemaltes Glasfenster mit Bleistegfassungen
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
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