Katinka Bock setzt sich in ihren skulpturalen Werken intensiv mit dem Verhältnis von Raum und Zeit auseinander. Die Künstlerin geht der Frage nach, wie Räume entstehen und wie sie wahrgenommen werden. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Raum immer durch seine Grenzen bestimmt wird. Die Größe eines Zimmers beispielsweise ergibt sich aus der Entfernung der Wände zueinander. Genauso markiert der Tisch, den Katinka Bock in den Ausstellungsraum gestellt hat, einen eigenen Raum. Nähert man sich dem Tisch, fällt die darauf platzierte Keramikplastik in den Blick. Sie erinnert an den Faltenwurf eines Vorhangs, widerspricht also in ihren fließenden Formen der Weichheit des eigentlich gemeinten Objekts. Unter den Vorhangfalten breitet sich ein farbiger Wasserfleck aus. Doch kann dieser kaum mit dem Keramikobjekt in Verbindung stehen. Erst mit einem Blick hinter den Vorhang lässt sich der Ursprung des Flecks ausfindig machen. Denn dort liegt ein Filzhut, der regelmäßig mit Wasser gefüllt wird. Die Feuchtigkeit zieht die Farbe aus dem Filz und breitet sich sowohl auf dem Keramikvorhang als auch auf der hölzernen Tischplatte aus.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2010-018
- Material / Technik:
- Keramik, Holz, Metall, Filz und Wasser
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Katinka Bock / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart