Otto Herbert Hajeks »Raumschichtung 131« ist eine ebenso zerklüftete wie feingliedrige Bronzeplastik. Sie ist in mehreren unregelmäßigen Schichtungen aufgebaut und ermöglicht durch die Gitterstruktur Durchblicke in den Raum. Die organisch wirkende Form hat Hajek mittels des Wachsausschmelzverfahrens geschaffen. Dabei ummantelt er zum Beispiel Holzstäbe mit Wachs oder gießt für die Platten flüssiges Wachs auf den Boden und bearbeitet es mit einem warmen Spachtel. Seine daraus entstehenden Gussformen sind filigrane und labyrinthisch anmutende Gebilde, die das Kernvolumen der Plastik zugunsten einer lockeren Form auflösen. Hajek beginnt mit dieser Technik Mitte der 1950er-Jahre zu arbeiten. Er wendet sich damit dem Informel zu, einer Kunstrichtung, deren Vertreter:innen eine rational-konstruierende Arbeitsweise ablehnten und stattdessen den intuitiven und spontanen Umgang mit dem Material bevorzugten. Für seine in dieser Phase entstehenden Werkgruppen der »Raumknoten« und »Raumschichtungen« ist das Zusammenspiel von gitterartigen Strukturen und organischen Formen charakteristisch.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2010-095
- Material / Technik: Bronze
- Creditline: O.H. Hajek-Kunststiftung im Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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