Raum 264 - Nürnberg, Zeppelinfeld

Größe200 x 160 cm
Gemälde ohne erkennbare Pinselstriche, zeigt eine gerahmte Toröffnung an Ende einer breiten Treppe.
Von 1933 bis 1938 finden auf dem sogenannten Zeppelinfeld in Nürnberg die Reichsparteitage der NSDAP statt. Nach den Plänen des Architekten Albert Speer entsteht eine riesige Tribüne mit Verkleidungen aus Muschelkalk. Sie bildet die zentrale Kulisse für Aufmärsche und Masseninszenierungen des NS-Regimes. Im Inneren der Anlage führen große, offene Portale zu den Treppenhäusern und Nebenräumen. Im Eingangsbereich liegt der sogenannte Goldene Saal. Seinen Namen verdankt er den goldenen Mosaiken an der Decke, die ein Ornament aus Hakenkreuzen bilden.
In seinem minimalistischen, grafischen Stil reduziert Willikens die Architektur der Tribüne des Zeppelinfeldes auf ihre wesentlichen Linien. Die Wände erscheinen als glatte Flächen – ohne Kalksteinstruktur, ohne das schimmernde Deckenmosaik. So verliert der Raum seine opulente Wirkung. Übrig bleibt eine strenge, fast sterile Geometrie. Willikens zeigt den Ort nicht als monumentale Bühne der Macht, sondern als leeren, nüchternen Raum. Seine präzise, perkekte Malweise lässt jede Ablenkung verschwinden. Die volle Aufmerksamkeit gilt so der reinen Form. Erst in den Betrachter:innen füllt sich diese mit kollektiven Erinnerungen und Bildern der gezeigten Orte.
Werkdaten
Inventarnummer:
LG-304
Material / Technik:
Acryl auf Leinwand
Creditline:
Dauerleihgabe der Mercedes-Benz Art Collection Stuttgart/Berlin
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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