Massimiliano Pironti, der zunächst als Musicaldarsteller in Italien und Deutschland bekannt ist, wendet sich 2018 der Malerei zu.
In dem hyperrealistischen Gemälde seiner Großmutter fängt er reale Details eines Lebens ein: die von Arthrose gezeichneten Finger, die tiefen Falten im Gesicht, am Hals und an den Händen sowie die herauswachsende Farbe im Haar. Es ist kein geschöntes, aber umso mehr ein berührendes Bild der eigenen alternden Großmutter, das von großem Einfühlungsvermögen zeugt. Die Frage »Quo vadis?« stammt aus dem Johannesevangelium und bedeutet »Wohin gehst du?«. Ob sie an die Großmutter gerichtet ist, an ihren Enkel Massimiliano oder ob er sie an die Betrachtenden stellt, muss offen bleiben. Doch es scheint, als würde sie bereits auf ihre Art und Weise auf das nahende Ende verweisen.
Die Großmutter lebte allein und verstarb 2021 im Alter von 94 Jahren. Durch Pirontis Werk bleibt sie lebendig. »Quo vadis?« ist somit nicht nur ein Gemälde, sondern auch ein Gedenken an ein Leben, das von Liebe und Vergänglichkeit geprägt war.
Werkdaten
- Inventarnummer: LG-693
- Material / Technik: Öl auf Aluminium
- Creditline: Dauerleihgabe Freunde des Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart