Die Spirale repräsentiert für Anton Stankowski das »Entwicklungsprinzip des Universums schlechthin«. Die Entstehung allen Lebens und die Ausdifferenzierung der verschiedenen Arten von Lebewesen, so seine Auffassung, vollziehen sich in einer Spiralbewegung, wie viele der Erscheinungsformen in der Natur, vom Schneckenhaus bis zu Pflanzentrieben, bezeugen. Stankowski hat die Möglichkeiten der Spiralform als Gestaltungsmittel in zahlreichen seiner Werke ausgelotet. Bei der hier gezeigten »Quadratspirale« drängt sich das Spiralmotiv jedoch gerade nicht in den Vordergrund. Zwar ist ein wesentliches Element der Spirale ins Bild gesetzt, nämlich das sukzessive »Anschwellen«, das hier in der graduellen Steigerung der Größe von Quadrat zu Quadrat anschaulich wird. Doch geht dieses Wachstum nicht in einer Bewegung von innen nach außen vonstatten, sondern umgekehrt: Das kleinste Quadrat findet sich ganz links außen, das größte hingegen im Zentrum der Komposition. Auch der unrhythmische Farbwechsel trägt dazu bei, dass das Spiralprinzip systematisch untergraben wird. So lautet die Frage, die hier verhandelt wird: Worin besteht aus formaler Sicht das Wesen der Spirale?
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-214
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung der Stankowski-Stiftung
Lizenzhinweis
© Stankowski-Stiftung / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart