Florina Leinß Werke fordern dazu auf, genauer hinzusehen und Gewohntes neu einzuordnen. Für ihre Kompositionen geht sie von Alltagsobjekten aus, deren Form sie vereinfacht und in eine eigenständige, konstruierte Bildsprache überführt. Im ausgeführten Gemälde sind diese Vorlagen weitgehend unsichtbar geworden. Die Werkgruppe »Screens« thematisiert die Ästhetik allgegenwärtiger Displays und fügt sich in ihr abstraktes Gesamtwerk ein. Die dunkle, spiegelnde Oberfläche des Bildes erinnert an ausgeschaltete Smartphone-Bildschirme, bricht diesen Verweis aber wieder durch das quadratische Format. Für ihre Gemälde verwendet Leinß Lacke, die durch ihre glänzende Oberfläche die Reflektionen der Betrachtenden sichtbar macht und ein Wechselspiel zwischen Bild und Umgebung erzeugen kann. Die Oberfläche des Bildes ist nicht allein die Fläche einer Darstellung, sondern bezieht seine Betrachter:innen mit ein.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2022-001
- Material / Technik:
- Öl und Lack auf MDF
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart