Mit »pic170.21 split°merge« wagt sich Florina Leinß in ihrer abstrakten Bildsprache an die große Form des Triptychons. Drei nebeneinander angeordnete unterschiedlich breite Hochformate sind in verschiedenen Blautönen gefärbt. Oben und unten sie jeweils anders gestaltet. Hinter ihnen wird eine Rückwand mit einem vertikalen Verlauf von Hell- nach Dunkelrot sichtbar. Zwischen den roten und den blauen Flächen sind Rundformen in Blassgrün und Hellgrau zu erkennen. Florina Leinß nutzt hier das malerische Mittel des Trompe-l'œil, also der Augentäuschung, um die Wahrnehmung der Betrachter:innen herauszufordern: Durch die übereinanderliegenden Farbflächen, die Durchblicke auf scheinbar räumliche Strukturen sowie die stellenweise weiß glänzenden Kanten erzeugt sie den Eindruck von Raumtiefe. Das Werk erscheint wie ein abstraktes Wandrelief, das wie bei einer Collage aus verschiedenen Elementen besteht.
Mit dem wirkmächtigen Zusammenspiel von Farben und Formen beschäftigt sich Leinß auf ihre Art mit einem der Grundprobleme der Malerei, bei dem es um die Frage geht, wie ein Eindruck von Räumlichkeit innerhalb einer zweidimensionalen Fläche erzeugt werden kann.
In ihren Arbeiten führt uns Leinß in fantastische Welten. Sie pendeln zwischen der Zwei- und Dreidimensionalität und regen dazu an, sie genauer zu ergründen.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-002
- Material / Technik: Öl und Lack auf MDF
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart