Auch wenn es auf den ersten Blick nicht zu vermuten ist, entwickelt Florina Leinß ihre Formensprache aus der Auseinandersetzung mit Alltagsobjekten in technischen oder menschlich gestalteten Umgebungen. Ausgangspunkte sind für sie oft Dinge aus der gebauten Umwelt, etwa digitale Geräte, Werkzeuge oder Verpackungen. Diese dienen jedoch nicht als direkte Vorbilder, sondern als formale Anregungen für abstrahierte Formen . Diese entwickelt Leinß durch Zeichnungen und Collagen, sie werden kombiniert, verändert und neu zusammengesetzt. So lösen sich die ursprünglichen Bezüge weitgehend auf und bleiben allenfalls unterschwellig präsent. Die Materialität der Gemälde spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Wie bei dem hier gezeigten Werk verwendet Leinß überwiegend Lackfarbe, die eine glatte, spiegelnde Oberfläche erzeugt. Sie wirkt kühl und präzise, reagiert aber auch sensibel auf Licht und Umgebung. Dadurch wird nicht nur das Bild selbst, sondern auch der umgebende Raum in die Wahrnehmung einbezogen. Hier fordert die fragmentierte, glänzende Fläche des Werks den Blick dazu auf, das Bild aktiv zu erschließen und Ebenen von Oberfläche, Bildraum und Umgebung zu erfahren.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2017-058
- Material / Technik:
- Lack und Öl auf Sperrholz
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart