Das Motiv besteht aus einem dichten Gefüge aus Kreisen, Rechtecken und Quadraten unterschiedlicher Größe, die stellenweise von feinen Linien durchsetzt sind. Dabei heben sich die roten, blauen und gelbtonigen Formen kontrastreich von ihrem farblich gedämpften Umfeld ab. Ein weißer Kreis im Mittelpunkt wird rechts und links von zwei ebenfalls in Weiß gehaltenen Hochrechtecken flankiert. Nur an diesen hellen Stellen ist der gewebte Untergrund deutlich zu sehen. Bis auf wenige Ausnahmen sind in allen übrigen Bereichen Fäden aus unterschiedlichen Garnen eingeknüpft, wodurch das Muster an Lebendigkeit und Körperhaftigkeit gewinnt. Der Bildcharakter wird durch den umlaufenden grauen Rand verstärkt. Am oberen und unteren Ende sind kurze Fransenbordüren eingearbeitet.
Ida Kerkovius‘ bildnerische Gestaltungsweise ist von der Kompositions- und Farbenlehre Adolf Hölzels geprägt. In Stuttgart wird Kerkovius seine Meisterschülerin und Assistentin. Von ihm lernt sie, figürliche und gegenständliche Motive in flächigen, nahezu geometrischen kontrastreichen Formen darzustellen und sie wie in einer Symphonie in der Musik harmonisch zueinander in Bezug zu setzen. 1920 beginnt sie im Alter von 41 Jahren noch einmal zu studieren, diesmal am Bauhaus in Weimar. Hier erlernt sie die Kunst des Teppichwebens, in der sie bereits früh erfolgreich ist.
Werkdaten
- Inventarnummer: V-0267
- Material / Technik: Handgefertigter Teppich
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Kerkovius Archiv Wendelstein / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart