Pietro Sanguinetis bildnerisches Material ist Sprache. Seine Wort-Objekte entfalten sich als Diakästen oder großformatige dreidimensionale Wandplastiken im Raum. »paradise« besteht aus Aluminiumbuchstaben und Neonröhren. Das rosarote Licht, das sie ausstrahlen, erinnert an eine Werbereklame aus dem Rotlichtmilieu. Versuchung, Sünde und Erlösung schwingen gedanklich in dem gestalteten Schriftzug mit. Das Werk verbindet darüber hinaus getrennte gesellschaftliche Bereiche – die Vergnügungsindustrie und den Kulturbetrieb.
Sanguineti setzt buchstäblich Worte ins Bild. Seine Arbeit ist unter anderem von der Konzeptkunst beeinflusst. Er befasst sich mit der Differenz zwischen Sprache und Wirklichkeit, Begriff und Vorstellung, Bild und realer Welt und zielt dabei auf gesellschaftliche und politische Verhältnisse ab. Die gekünstelte Erscheinung seiner Werke, die an modernste Leuchtstoffreklame erinnert, verführt uns zu Gedankenspielen mit offenem Ausgang.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2009-247
- Material / Technik: Aluminium, Lack, Neon und Transformatoren
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Pietro Sanguineti / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart