Das vielschichtige Bildgefüge, dessen Untertitel übersetzt »Das Gasthaus der Schamanin, die ganze Nacht geöffnet« bedeutet, besteht aus einer figurativ-gegenständlichen Darstellung in Schwarz und Grautönen und einem Schriftzug über einem grünen Farbstreifen. Im unteren Teil der Komposition ist das Gasthaus mit einem Garten in Form einer Linienzeichnung zu erkennen, die aufgeklebt wurde. Rechts davon erscheint von einer anderen Bildebene aus verhältnismäßig groß der Kopf einer jungen Frau. Sie ist als Schamanin zu deuten, denn sie hat das Gebäude fest im Blick und trägt auf ihrer Kopfbedeckung ein gleichartiges Bauwerk. Aus dem Inneren des Gasthauses wächst eine Pflanze empor, aus der sich ein langer Trieb entwickelt und zu den Schriftzeilen im oberen Bildfeld führt. Die spiegelbildliche und teilweise auf dem Kopf stehende Schrift lässt sich nicht entziffern.
In seiner Bilderwelt vereint Jörg Mandernach unterschiedliche Bestandteile der Kulturgeschichte. Die Ideen dazu liefern ihm Fotos, kleine Gegenstände oder auch Textpassagen, die er in seinem sogenannten Zettelkasten sammelt. Indem er in seinen Werken verschiedene Zeit- und Bedeutungsebenen verknüpft, veranschaulicht er den Wandel, dem die gezeigten Wesen und ihre Selbstwahrnehmung ausgesetzt sind.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2012-002
- Material / Technik: Karton- und Papierschnitt, Sprühfarbe und C-Print auf Karton
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
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