Jörg Mandernachs Arbeit »o. T. (muddy waters)« besteht aus zwei Bildzonen, die er motivisch miteinander verbindet. In der unteren Zone ist in einem weiß-grauen Bildraum eine nackte menschliche Gestalt mit Tiermaske in einem Boot dargestellt. Teile ihres Körpers und des Bootes sind mit den Worten »baum« und »waters« (dt.: »Gewässer«) überschrieben. Der Buchstabe »b« geht über in einen Pflanzenspross, der zu den Schriftfeldern in der oberen in Grün- und Grautönen angelegten Bildzone führt. Hinter den nur stellenweise entzifferbaren Buchstabenreihen sind in der Ferne mächtige Gebäudeteile wie Türme, eine Kuppel und breite Fassaden zu erkennen.
Der Untertitel der Arbeit (»muddy waters«) bedeutet übersetzt »schlammige Gewässer«. Muddy Waters war ein Blues-Musiker, der korrekt McKinley Morganfield hieß. Seinen Rufnamen verdankte er der Tatsache, dass er als kleiner Junge gerne in schlammigem Wasser spielte. Er wuchs in einem kleinen Ort auf, lebte aber später in Chicago. Mandernach bringt mit dem Motiv zum Ausdruck, dass sich eine Namensänderung und die Veränderung der Lebenswelt auch auf das Wesen eines Menschen auswirken können. Dabei verkörpert die Tiermaske die Möglichkeit, eine andere Person zu werden oder bereits geworden zu sein.
Anregungen für seine Arbeiten bezieht Mandernach aus Textfragmenten, Fotografien, kleinen Gegenständen, Ästen, getrockneten Pflanzen und vielem mehr, das er in seinem sogenannten Zettelkasten sammelt.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2012-009
- Material / Technik: Karton- und Papierschnitt, Sprühfarbe und C-Print auf Karton
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
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