Das Hauptmotiv der aus Papier und Karton bestehenden Arbeit ist ein Kelch aus Buchstabenreihen im Vordergrund des in Grautönen und Weiß gestalteten Bildraums. Eine Linie verbindet ihn mit den Schriftzügen auf dem grünen Farbband im oberen Bilddrittel. Nur stellenweise ergeben sich aus den teils spiegelbildlich eingesetzten, mal klein-, mal großgeschriebenen Buchstaben verständliche Worte. Deutlich erkennbar ist »RevErS«, das sich als Bestandteil im Untertitel des Werks wiederfindet (»midas in reverse«, dt: »Midas' Rückkehr«). Links neben dem Kelch tritt ein Frauengesicht aus den Tiefen des Bildraums hervor.
In Jörg Mandernachs Bilderwelt überlagern sich stets verschiedene Zeitebenen sowie unterschiedliche Bestandteile der Kultur- und Alltagsgeschichte. In diesem Bild verknüpft er den altgriechischen Mythos um König Midas mit dem auf einer Fotografie basierenden Gesicht aus viel jüngerer Zeit. Für Midas verwandelte sich alles, was er anfasste, in Gold. Mit der Verknüpfung drückt Mandernach aus, dass ein alter Mythos auch noch in nachfolgende Zeitalter hineinwirkt.
In seinem sogenannten Zettelkasten sammelt er Fotos, Notizen, Textfragmente und allerlei Fundstücke wie kleine Gegenstände, Äste und getrocknete Pflanzen, aus denen er die Ideen für seine Bilder schöpft.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2012-007
- Material / Technik:
- Karton- und Papierschnitt, Sprühfarbe und C-Print auf Karton
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart