In einem weiß-grau gefleckten, nicht näher gekennzeichneten Bildraum kauert eine menschliche unbekleidete Gestalt am Boden. Sie trägt eine Tiermaske, die an den Kopf eines Hirschkalbs erinnert. Vom hinteren Teil der Tiermaske führt eine Linie über den Rücken der Figur und umkreist die Stelle, an der diese sitzt. Sie blickt zu den Pflanzentrieben und Blättern, die sich an der Linie ausbilden. In ihren Händen hält sie einen ähnlich gestalteten langen gebogenen Pflanzenstiel. Sein oberes Ende geht über in ein Gebilde aus parallel verlaufenden Linien vor einem grünen Farbband. Zwischen ihnen befinden sich schwer zu entziffernde, teilweise spiegelverkehrt sowie auf dem Kopf stehende Wort- und Buchstabenfolgen.
Jörg Mandernach thematisiert in seiner Bilderwelt die Selbstwahrnehmung und Selbsterfahrung des Menschen. Die Tiermaske, mit der er häufig seine menschlichen Gestalten ausstattet, versinnbildlicht die Möglichkeit, die Lebensweise zu ändern, wenn es die Umstände erfordern oder wenn man sich vor ihnen schützen will.
In seinem sogenannten Zettelkasten sammelt Mandernach Materialien wie Fotos, Notizen, Textfragmente, kleine Gegenstände, getrocknete Pflanzen und vieles mehr, das ihm Ideen für seine Werke liefert.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2012-006
- Material / Technik: Karton- und Papierschnitt, Sprühfarbe und C-Print auf Karton
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart