O.T.

Größe225 x 152 cm
Die großformatigen Zeichnungen Camill Leberers, die seit den frühen 2000er-Jahren entstehen, erinnern vage an Grundrisse von Gebäuden oder mitunter an Ausschnitte aus Stadtplänen. Als Bildträger verwendet Leberer große Bögen Transparentpapier. Bei seinen Motiven arbeitet er mit Lackfarbe, die der aufsprüht, und Grafit. Auf diese Weise verbindet er die Malerei (hier die Lackfarbe) mit der Handzeichnung (hier Grafit, der Grundstoff von Bleistiften). Die Farbflächen und Linien sind jeweils auf beiden Seiten aufgetragen. Da sich die Anordnungen unterscheiden, scheinen jeweils Teile von einer auf die andere Seite durch. Je nach Ansicht ergeben sich dadurch unterschiedliche Bilder, die klar strukturiert sind. Ähnlich reduziert ist auch die Farbauswahl: Zum Schwarz vom Graphit und dem Sprühlack treten Blau, Rot und Violett als Akzente hinzu. Mit wenigen Mitteln entstehen so sehr variantenreiche grafische Arbeiten auf Papier.
Von Beginn an gehört das Zeichnen für Leberer fest zur bildhauerischen Tätigkeit. Zumeist dienen die Zeichnungen dazu, Strukturen und Konstruktionen festzuhalten. Manche von ihnen werden in plastischen Arbeiten umgesetzt. Die meisten Aufzeichnungen sind jedoch eher private Notizen. Während des Stipendiums in der Villa Massimo in Rom von 1989 bis 1991 entsteht ein erster Zyklus von Zeichnungen, die für sich allein stehen. Aus dieser Erfahrung wird die Zeichnung zum gleichwertigen Ausdrucksmedium neben den plastischen Arbeiten.
Werkdaten
Inventarnummer:
2011-003
Material / Technik:
Grafit und beidseitig gesprühter Lack auf Transparentpapier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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