Corinne Wasmuhts Malerei zeichnet sich durch eine Leuchtkraft und Farbigkeit aus, deren Transparenz weitgehend durch die Lasur-Technik entsteht, bei der einzelne Farbschichten übereinandergelegt werden. Die Entscheidung für das große Format ist Teil ihrer bildnerischen Strategie. Es verhindert ein sofortiges Erfassen des gesamten Bildes. Bei der Betrachtung muss das Auge die Oberfläche Stück für Stück »abscannen« und verarbeiten.
Die Bildvorlagen für die kaleidoskopartigen Kompositionen entnimmt Wasmuht einem nach Themen und Motiven gegliederten Bildarchiv. Die Sammlung umfasst Auszüge, die Wasmuht zunächst in Printmedien wie etwa Reiseprospekten und Architekturzeitschriften entdeckte und zu Papiercollagen verarbeitete. Inzwischen verwendet sie eigene Fotos, die sie seit 2001 am Computer zusammensetzt.
Wasmuht interessiert sich für Orte wie Flughäfen oder Einkaufszentren, in denen einander entgegengesetzte Aktivitäten zu beobachten sind, so etwa auf der einen Seite das Warten, auf der anderen Seite das unaufhörliche Vorübereilen von Passant:innen.
Zwar sind Details trotz der Überlagerungen noch erkennbar, aber insgesamt entsteht eine eigene Bildrealität. Verschiedene Zeitebenen werden zur Deckung gebracht. Die in einem Gemälde zusammengeführten Momentaufnahmen werden so zugleich Ausdruck einer globalisierten, entpersönlichten Wirklichkeit.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2017-065
- Material / Technik: Öl auf Holz
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Corinne Wasmuht / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart