Auf die Frage, was bei der Gestaltung eines Logos wichtig sei, antwortet Karl Duschek: »Geometrie«, und ergänzt: »Quadrat, Dreieck, Punkt oder Kreis.« Auch sein frühes Acrylgemälde von 1973 vertritt diese Auffassung. Es entstammt Duscheks Anfangszeit im Atelier von Anton Stankowski. Damals gelingt dem Büro eine Reihe wegweisender Logogestaltungen wie etwa die Signets der Deutschen Bank oder der Münchener Rückversicherung. Im Gemälde spielt nun der Künstler mit den Elementen des Quadrats und des Dreiecks. Auf quadratischem Grundriss sind Dreiecke von unterschiedlicher Größe und Farbe einander überlagernd so arrangiert, dass an den Schnittflächen kleinere Binnenformen wie weitere Dreiecke oder Trapeze entstehen. Einzig das auf der Spitze stehende kleine weiße Quadrat am oberen Bildrand widersetzt sich diesem Prinzip. Es resultiert nicht als Schnittfläche aus der Überlagerung anderer Farbfelder. Vielmehr glaubt man hier auf den Bilduntergrund blicken zu können. Das ruft zwei Effekte hervor: Zum einen tritt der Fond als Gestaltungsmittel gleichberechtigt neben die Farbe, zum anderen wird das traditionell wesentliche Kriterium der Malerei, die »Darstellung«, untergraben und die Materialität des Bildes ins Bewusstsein gerückt. Dies ist vergleichbar mit dem Konzept von Lucio Fontana. Dieser hatte anderthalb Jahrzehnte zuvor mit Schnitten in die Leinwand einen neuen Blick auf die Malerei eröffnet.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2016-040
- Material / Technik: Acryl auf Polystorol
- Creditline: Nachlass Karl Duschek
Lizenzhinweis
© Meike Gatermann / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart