Orientalische Stadt

Größe26,2 x 35,8 cm

Nur die einzelne Figur einer Wasserträgerin mit langem Schatten ist auf dem lichtbeschienenen Weg zu sehen. In der Stadt selbst stehen die Häuser dicht an dicht, ihre vereinfacht kubische Darstellung wird durch die landschaftlichen Elemente der runden Baumkronen durchbrochen. Zum ausgeglichenen Rhythmus der Formen gesellen sich die intensiven Farben, die einerseits durch den Einsatz von Komplementärkontrasten wie Gelb-Violett, Blau-Orange und Rot-Grün, andererseits durch die Technik des Aquarellierens bestechen.
Gertrud Alber-Eberz besucht zunächst Kurse im 1893 in Stuttgart gegründeten Württembergischen Malerinnen-Verein. Nachdem sie ihre Eltern überzeugt hat, wechselt sie an die Akademie. Sie besucht Hölzels Damenklasse und wird seine erste Meisterschülerin. Das verschafft ihr den Vorteil eines eigenen Ateliers. Später heiratet sie den Maler Josef Eberz, ebenfalls ein Hölzel-Schüler. Gemeinsam ziehen sie mehrfach um und verbringen mehrere Jahre im Südeuropa. Dort perfektioniert Gertrud Alber-Eberz insbesondere ihre Fertigkeit in der Aquarelltechnik.
Nach dem Tod ihres Mannes 1942 kehrt sie nach Stuttgart zurück, wo bei einem Bombenangriff der größte Teil ihres Werks verloren geht. Finanziell in einer schwierigen Situation, bemüht sie sich gerade in den Nachkriegsjahren, das Werk von Josef Eberz in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Ihr eigenes erfolgreiches künstlerisches Schaffen tritt dabei jedoch gänzlich in den Hintergrund. Gertrud Alber-Eberz stirbt 1955 im Mörike-Altersheim in Stuttgart.

Werkdaten
Inventarnummer: Z-259-01
Material / Technik: Aquarell
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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