In dieser Arbeit schafft Simone Westerwinter eine feinsinnige Verbindung von Text und Textur. Ihre Aquarellmalerei ist in ein tiefes Blaugrün, das sogenannte Phthalogrün, getaucht, das von weich verlaufenden Linien durchzogen ist. Die dunklen wellenartigen Bewegungen erzeugen eine hypnotische Tiefenwirkung, die die Betrachter:innen in die Komposition zieht. Diese organische Dynamik des Hintergrunds kontrastiert mit dem zentral positionierten weißen Schriftzug »Galerie der Stadt Stuttgart«. Die statischen Buchstaben heben sich vom fließenden, malerischen Hintergrund ab und schaffen eine interessante Spannung. Der Schriftzug bezieht sich auf den alten Namen, unter dem bis 2005 die Kunstsammlung der Stadt Stuttgart präsentiert wurde.
Westerwinter, die bekannt für ihre konzeptuelle und reduzierte Herangehensweise ist, lässt uns mit diesem Werk die Wechselwirkung von Bewegung und Stillstand physisch förmlich nachempfinden. Es gehört zu einer mehrteiligen Serie, in der sie Text und Malerei verbindet. Während Westerwinter in vielen Arbeiten eine unterhaltsame satirische Note nutzt, um gesellschaftliche Themen zu beleuchten, strahlen ihre Aquarelle eine ruhige, meditative Atmosphäre aus.
Werkdaten
- Inventarnummer: A-1269
- Material / Technik: Aquarell auf Bütten
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Simone Westerwinter / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart