Ein gewaltiges, fest auf dem Boden stehendes Objekt bestimmt den Raum. Seine angeraute mattschwarze Oberfläche ist an ringsum schlitzartig durchbrochen. In seiner Gesamterscheinung erinnert es an einen Bunker, dessen Sehschlitze einen Blick in die Außenwelt ermöglichen. Als Vorbild für ihre Form dienen sogenannte Splitterschutzzellen, die im Zweiten Weltkrieg zu Zehntausenden in Deutschland aufgestellt wurden.
Josephine Meckseper schafft eine bedrohliche Ästhetik, die sich zwischen Schutz, Abgrenzung und Überwachung bewegt. Die massive Form scheint Schutz zu bieten, wird aber durch die Schlitze auch zu einem Werkzeug der Kontrolle. Betreten werden kann der Bunker nicht. Betrachter:innen stehen immer außerhalb des Schutzraums und sind der Bedrohung, die aus dem Bunker kommt, ausgeliefert. Das Werk lässt sich damit als Sinnbild moderner Machtstrukturen deuten, in denen Sicherheit und Überwachung oft untrennbar miteinander verbunden sind. Für Meckseper ist der Bunker in der Kombination mit weiteren Arbeiten zudem Ausdruck der Verflechtung von Machtstreben, wirtschaftlichen Interessen und Krieg in der Politik der USA.
Meckseper ist bekannt für ihre konzeptuellen Arbeiten, in denen sie das gesellschaftliche und politische Zeitgeschehen kritisch in den Blick nimmt. Neben Machtstrukturen und Überwachung durchziehen Themen wie Kapitalismus, Konsum und Medienkritik ihre Werke und fordern uns zur Auseinandersetzung mit ihnen auf.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2023-007
- Material / Technik: Spanplatte, Styropor, Glasfasergewebe, Gips, Acryl, Bauschaum, Klebstoff, Zirkonsand, Acrylfarbe und Sprühfarbe
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung Elisabeth & Reinhard Hauff
Lizenzhinweis
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