An einem zur Wulst zusammengerollten Tuch ist mit Draht ein Stück Fleisch befestigt. Die gleichmäßig glatte, leicht unscharfe Oberfläche des Tuchs steht dabei in starkem Kontrast zu dem aus dickflüssiger Farbe gestalteten Fleischstück und dem pastosen, ockerfarbenen Grund. Konturen und Falten der Wulst zeichnet Dieter Krieg mit der Sprühpistole nach.
Krieg setzt an sich belanglose Objekte des Alltags wie Sofas, Wärmflaschen oder auch einen Fischkopf in monumentale Stillleben um, die für uns scheinbare Gewissheiten in Frage stellen.
Bei der Entstehung seiner Bilder bezieht Krieg die körperliche Aktion mit ein. Hand- und Fußspuren bleiben ablesbar. Der kraftvolle, massive Farbauftrag und das große Format verleihen den Leinwänden eine überwältigende Präsenz. Krieg spürt in seiner Malerei den Fragen nach dem Wesen der menschlichen Existenz nach, analysierend, radikal und unbarmherzig.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2812
- Material / Technik:
- Acryl und Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart