Das hier gezeigte Werk gehört zu Anita Wahls Serie »Kreisbilder«, in der sich zentrale Aspekte ihres künstlerischen Ansatzes bündeln. Wahl verfolgt einen universalistischen Ansatz, der von einer selbstentwickelten, kontrafaktischen Lichttheorie ausgeht. Licht und Farbe versteht sie dabei als Mittel, um konkrete Formen zu überwinden und Wahrnehmung neu zu ordnen. Die Gestaltung der »Kreisbilder« ist bewusst reduziert und enthält immer dieselben Grundkomponenten: den geöffneten Kreises, drei verbundene kurze Streifen und einen rechtwinklig laufenden längeren Streifen. Mit den wenigen, klar gesetzten Farbstreifen wird Räumlichkeit angedeutet und zugleich verneint. Das einzelne Bild ist für Wahl keine ausgearbeitete Form, sondern ein offenes visuelles Feld. Darauf kann eine Bewegung von der Farbe hin zum Licht stattfinden. Das einzelne Bild steht immer auch für die gesamte Serie. Durch die serielle Wiederholung entsteht ein übergeordnetes Ganzes, das auf eine umfassendere Wahrnehmung im Sinne eines Gesamtkunstwerks zielt.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2002-037
- Material / Technik:
- Acryl auf Segeltuch
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Künstler:in und Nachfolge / Foto: Kunstmuseum Stuttgart