Markus Prachensky gehört zur österreichischen Nachkriegsabstraktion im Umfeld der Wiener Künstlergruppe St. Stephan. Seit den späten 1950er-Jahren entwickelt er eine gestisch rhythmisierte Malerei, die dem Informel und der Idee der »Aktion« verpflichtet ist. Bei Prachensky ergibt sich der Bildaufbau aus wenigen, klar gesetzten Farbbewegungen, in denen malerische Entscheidungen stets als Spur sichtbar bleiben. Rot ist dabei seine wichtigste Farbe, die er in unterschiedlichen Intensitäten und Zuständen einsetzt – geschüttet, tropfend oder mit dem Pinsel in schnellen Bewegungen auf weiß oder schwarz grundierte Leinwände aufgetragen.
Der für den Künstler charakteristische dynamische Duktus bestimmt das hier gezeigte Werk: Die oberen zwei Drittel der Leinwand sind eine orangerote Fläche von ungleichmäßiger Deckkraft, die auf einen raschen Farbauftrag mit ausholenden Bewegungen schließen lässt. Darauf sind mit breitem Pinsel dunkelrote Balken sowie geschwungene, vertikal geführte Schleifen gesetzt. Im unteren Drittel bricht der weiße Grund durch. Den Übergang durchziehen zarte Rosa- und Hellblaulasuren und radial gestreute Farbspritzer, die das Prozesshafte von Prachenskys Malvorgang unmittelbar vor Augen führen.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2002-011
- Material / Technik:
- Acryl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart