Wie bei vielen ihrer Werke macht Anne Marie Jehle auch bei dieser Arbeit aus einem Alltagsgegenstand ein Kunstobjekt. In diesem spiegelt sich auch eine feministische Haltung wider. Sie löst eine Schürze, die als Symbol für häusliche Arbeit steht und meist der weiblichen Rolle zugewiesen wird, aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und macht zu sie einem Objekt der Betrachtung. An einem Holzbrett befestigt, regt sie zu verschiedensten Gedankengängen an: Ist das Brett gar ein Sinnbild für die zum leblosen Wesen erstarrte Frau oder steht es für andere, neue Sichtweisen? Die Schürze wird zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Zuschreibungen; stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit, Erwartungshaltungen und Rollenbilder werden wachgerufen.
Jehle nutzt minimale Mittel, um komplexe Fragen nach Identität, Sichtbarkeit und sozialer Zuweisung zu stellen.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2022-038
- Material / Technik:
- Farbe, Baumwollgewebe und Metall auf Holz
- Creditline:
- Schenkung Anne Marie Jehle Stiftung
Lizenzhinweis
© Nachlass Anne Marie Jehle / Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart