Sieben junge Frauen oder Mädchen sitzen im Halbkreis auf dem Boden. Ihre Körperhaltung wirkt verschlossen, die meisten umklammern ihre Knie. Ihre spärliche Bekleidung und die großen weißen Brillen mit verdunkelten Gläsern verstärken den rätselhaften Eindruck. Sie blicken auf den Gegenstand in ihrer Mitte. Er sieht aus wie ein runder, oben geöffneter Kamin mit rotbraunen Flächen und schmalem silbrigen Hals. Die skurrile Szene spielt auf sogenannte Lichtbäder mit UV-Lampen an. Diese sollten bei Kindern Vitamin-D-Mangel in den Wintermonaten entgegenwirken. Die Brillen schützen die Augen vor den unsichtbaren Strahlen. Jenseits von allem Dokumentationsanspruch wird aus der medizinischen Behandlung ein fremdartiges Ritual.
Caro Suerkempers Malereien auf Papier zeichnen sich durch einen flüchtigen, fast skizzenhaften Stil aus. Farbflächen verlaufen weich ineinander. Konturen bleiben bewusst ausgespart. Die durch Licht und Schatten modellierten Figuren erhalten eine schwerelose, entrückte Anmutung. An den Rändern bleiben die Bild unvollendet. Der Fokus liegt auf dem Zentrum der Komposition. Dies verleiht Suerkempers Arbeiten eine spontane, pastellige Leichtigkeit. Sie transportiert zugleich Fragilität und emotionale Tiefe. Der meist wässrige Farbauftrag verstärkt diesen Eindruck. So wirken die Szenen wie Erinnerungsbilder – fragmentarisch, zart und doch eindringlich.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2005-025
- Material / Technik: Bleistift und Aquarell auf Papier
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Caro Suerkemper / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart