Neckartorschwarz

Größe67 x 50,2 x 5,1 cm
In dem hier gezeigten tiefschwarzen Relief sind kleinere und größere sowie feinere und gröbere Risse zu erkennen. Einerseits wirken die Risse und Löcher wie ein gezielt eingearbeitetes dekoratives Muster aus einer Vielzahl bewegungsreicher Elemente. Andererseits lassen sie insbesondere in Verbindung mit dem Schwarz auch an Zerfall, Auflösung und Verletzung denken. Das »Neckartorschwarz«-Relief gehört zu einer zehnteiligen Werkreihe. Für die Werke sammelt Erik Sturm Feinstaub an Orten mit sehr hoher Feinstaubbelastung, in diesem Fall am Neckartor in Stuttgart. Unter Beimischung eines Bindemittels verarbeitet er ihn zu einem Pigment, das er auf Folie aufträgt. Während des Trocknungsprozesses verändert sich das Material schließlich: Es platzt stellenweise auf und reißt ein, wodurch die heute sichtbare Reliefstruktur entsteht. Das Pigment benennt Sturm jeweils nach dessen Fundort. Mit seiner Arbeit verweist Sturm beinah nüchtern auf die unsichtbare Kehrseite der Fortbewegungsgewohnheiten der modernen Gesellschaft. Sie führen an vielen Orten in der Stadt zu einer hohen Verkehrsverdichtung und in der Folge zu einer enormen Luftverschmutzung. Dadurch, dass das Relief nicht zuletzt durch seine Rahmung als ein Kunstwerk wahrgenommen wird, gelingt es Sturm, unseren Blick für diese Kehrseite zu öffnen und uns für seine kritische Botschaft empfänglich zu machen.
Werkdaten
Inventarnummer:
2016-015
Material / Technik:
Neckartorstaub in Methylcellulose
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Erik Sturm / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
Permalink