Nachmittag im Schlossgarten

Größe51,2 x 63,7 x 2,5 cm
Gemälde eines Parks vor einem Schloß mit sieben Spaziergängern.
Auf dem Gemälde »Nachmittag im Schlossgarten« sehen wir Willi Baumeister vor Willi Baumeister. Wir erkennen, auf welchen stilistischen Füßen der später für seine abstrakte Malerei gefeierte Maler und Hochschullehrer zu Beginn seines Schaffens steht. Baumeister orientiert sich 1910 deutlich an den französischen Impressionisten und Pointilisten. In breiten Farbtupfen baut er sein Gemälde auf. Er macht im Duktus keinen Unterschied zwischen den Sandwegen im Vordergrund, den Bäumen, dem Schlossgebäude oder dem Himmel. Nur die Figuren sind etwas stärker als Flächen angelegt, um aus dem Farbflimmern hervortreten zu können. Alle Farben sind satt und die Palette aufgehellt, was für eine freundliche Atmosphäre sorgt. Als Willi Baumeister das Gemälde malt, ist er Teil von Adolf Hölzels Klasse an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Hier studiert er unter anderem mit Oskar Schlemmer, Hermann Stenner oder Johannes Itten. Sie alle nutzen Hölzels Farb- und Formlehre, um in ihrer Malerei das Verhältnis von Farbe, Fläche und Figürlichkeit weiterzuentwickeln. Von seiner radikalen Gegenstandslosigkeit, ja sogar von seinen abstrakten Figuren, die er seit Ende der 1910er-Jahre entwickelt, ist Baumeisters »Nachmittag im Schlossgarten« weit entfernt. Der Park der Stuttgarter Residenz ist für ihn allein ein Flimmern aus Farbe und Licht.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-1132
Material / Technik:
Öl auf Leinwand, auf Karton aufgezogen
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

1910–o.D. Willi Baumeister, Stuttgart; o.D.–1953 Galerie Lutz & Meyer, Stuttgart; 1953 Kunstmuseum (früher Städtische Galerie), Stuttgart

Lizenzhinweis
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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