Die junge Frau im Bild ist eine bekannte Stuttgarterin. Es ist die Pianistin Margarethe Klinckerfuß. Die Tochter des Musikinstrumentenbauers Apollo Klinckerfuß hat großen Anteil am Transport der Kunstsammlung des Grafen di Casanova, die Stuttgart 1924 geschenkt wird und das Kunstmuseum Stuttgart begründet.
Im Gegensatz zur Dargestellten ist über die Porträt- und Landschaftsmalerin Maria Osthoff-Hartmuth wenig bekannt. Geboren in Steinweiler in der Pfalz, lebt sie unverheiratet in Stuttgart. Sie stirbt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Zwiefalten. Vor dem Ersten Weltkrieg zählt sie zu den bekannteren württembergischen Künstlerinnen.
Vielleicht hat Osthoff-Hartmuth Margarethe Klinckerfuß in der Profilansicht und der besonderen Beleuchtungssituation dargestellt, um den Beruf ihres Modells hervorzuheben. Eine Pianistin wird oft aus dieser Perspektive gesehen. Durch den hellen, unruhigen, fast flirrenden Hintergrund und das schwarze Kleid werden der Kopf und die Hand betont, wodurch die Dargestellte zusätzlich in Szene gesetzt wird. Im Nationalsozialismus tritt Margarethe Klinckerfuß als mutige Frau auf, sie kritisiert die Judenverfolgung und die Euthanasiepolitik. Dafür wird sie zweimal in die Psychiatrie eingeliefert.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-1428
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz
1899 Marie Osthoff-Hartmuth; 1899–1959 Margarethe Klinckerfuß, Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart