Mann der Schmerzen

Größe32,8 x 21,6 cm
Um 1920 beginnt Albert Mueller, ein mystisches Welterleben ins Bild zu setzen. Dabei verbindet er die christliche Ikonografie der nach dem Ersten Weltkrieg in der Gesellschaft neu aufbrechenden Religiosität mit okkult-esoterischen Ideen wie denen des Anthroposophen Rudolf Steiner. Neben sphärischen Landschaftsdarstellungen sind es vor allem Figurenkonstellationen, die Mueller in den Mittelpunkt seiner Kompositionen rückt: In transzendenten Räumen und Sphären sind sie von gleißend hellem Licht umhüllt, wobei sich ihre Körper im Spannungsfeld zwischen Kontemplation und Ekstase befinden. Auf der Suche nach neuen Darstellungsmöglichkeiten für spirituellen Bildthemen bedient sich Mueller einer intensiven Farbigkeit, die Einflüsse des Expressionismus erkennen lässt. Diese verbindet er mit einer abstrakten Formensprache, die er als Meisterschüler Adolf Hölzels an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart kennenlernt. Sie ist Teil der neuartigen, durch Hölzel entwickelten Kompositionslehre. Inspiriert durch die Technik der Collage, hat sie die Auflösung des Bildraums in geometrische Teilflächen zum Ziel. Mithilfe der so erzeugten kristallinen Strukturen gelingt es Mueller, die Stofflichkeit der Bildkörper hinter sich zu lassen. Die Grenze zwischen der alltäglich wahrnehmbaren Welt und einem erahnten metaphysischen Jenseits verwischt.
Werkdaten
Inventarnummer:
L-0335
Material / Technik:
Lithografie auf Papier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Albert Mueller / Galerie Schlichtenmaier / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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