In seinen »Maniküre«-Arbeiten greift Lambert Maria Wintersberger die Ästhetik und Bedeutung der Kosmetikbranche auf, die seit den 1960er-Jahren fest in der Alltagskultur verankert ist. Dabei entfremdet er den schönen Schein der Pop Art, des Schönheitswahns und des erotischen Körpers. Angeregt wird er zu dieser Arbeit durch einen eigenen Unfall bei der Nagelpflege. In seinem Werk thematisiert er den Reiz, sich zu verschönern, und die kapitalistische Oberflächlichkeit, die oftmals damit einhergeht. So verbindet er banale Szenen des alltäglichen Lebens mit einer tieferen Sinngebung, die durchaus auch komische Züge in sich trägt.
Das Bild hebt sich von anderen seines Frühwerks ab, obwohl es ebenfalls Verletzungen und Spannungen behandelt. Der verletzte Körperteil ist nicht isoliert, sondern in eine weitere Bewegung anderer Körperteile eingebettet. Dadurch entsteht eine gewisse Zeitlichkeit, die durch den Akt der Verletzung selbst betont wird. Die reduzierte Farbauswahl sorgt für eine sterile Atmosphäre; jegliche Form von Schmerz wird in einer fast entmenschlichten Art und Weise dargestellt.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-2863
- Material / Technik: Acryl auf Nessel
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
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