Lesender

Größe59,2 x 48,6 x 5,2 cm
Schwaches Licht fällt auf einen jungen Mann. Er stützt den Kopf auf seinen rechten Arm. Das Buch in seinem Schoß gerät fast aus dem Blick und zeichnet sich nur knapp am unteren Bildrand ab. Dunkle Farben von Türkis, Blau und Grau bestimmen das entlang mehrerer Diagonalen komponierte Bild. Sie geben der intensiven Stimmung des Lesenden eine melancholische Note. Das Gemälde entsteht in Johannes Ittens Stuttgarter Zeit, als bis 1916 bei Adolf Hölzel an der Akademie studierte. Anders als bei späteren Werken dieser Phase zerlegt Itten die Darstellung des Lesenden zwar in geometrische Formen, diese orientieren sich wie die Farbverläufe aber an der Körperhaltung oder dem Faltenwurf des Mantels. Die Flächen sind also abstrahierend, aber dabei an Körper oder Stoff gebunden. Die dunkel gezogenen Silhouetten von Buch, Körper und Tisch und anderen Motiven bleiben dabei immer gewahrt. Raumtiefe wird durch die Farbverläufe innerhalb der klar umrissenen Flächen hervorgerufen. Ausgehend von den Erkenntnissen der Stuttgarter Zeit entwickelt Itten in den Folgejahren eine kontrastreiche Abstraktion. In der Sammlung des Kunstmuseums sind diese mit den Gemälden »Der Raucher« oder »Der Bachsänger (Helge Lindberg)« vertreten.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-2457
Material / Technik:
Öl auf Pappe auf mit aufgeleimter Rückseitenparkettierung
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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