Die Nacht ist die Zeit, in der die meisten Menschen schlafen. Im Schlaf findet der Mensch Ruhe. Der Organismus, vor allem das Gehirn, erholt sich vom Tag durch »Abschalten« des Bewusstseins. Es ist ein geheimnisvoller Zustand, der die Menschheit seit jeher beschäftigt, der von Mythen umrankt und auf symbolischer Ebene positiv und negativ besetzt ist.
Der Bildhauer Aristide Maillol zeigt die Nacht als sitzende Frau mit angewinkelten Beinen und einem in die Arme gelegten Kopf. Die Bronzeskulptur stellt jedoch keine schlafende, sondern eine in sich ruhende Frau dar. Die Nacht ist kein furchterregender Zustand, sondern ein Bild von Sinnlichkeit und Schönheit.
Maillol ist ausgebildeter Maler. Entwürfe für Wandteppiche bringen ihm erste Erfolge ein. Anfang der 1890er-Jahre wendet er sich der Bildhauerei zu. Sein Augenmerk gilt hier dem Frauenakt. Dabei interessiert ihn nicht die Bewegung des menschlichen Körpers. Vielmehr geht es ihm um das geschlossene plastische Volumen, harmonische Ausgewogenheit und einen ruhigen Ausdruck.
Werkdaten
- Inventarnummer: P-0213
- Material / Technik: Bronze im Sandgußverfahren
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart