Bereits in den 1920er-Jahren beschäftigt sich Adolf Fleischmann mit ungegenständlicher Malerei. Die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur sorgt für eine lange Unterbrechung seiner künstlerischen Tätigkeit, die er erst 1944/1945 wieder aufnehmen kann. Seit den 1950er-Jahren kreist sein Werk um die Variationsmöglichkeiten weniger formaler Grundelemente. Parallele Farbstreifen und rechteckige Farbflächen bilden dabei das Vokabular seiner geometrischen Bildsprache. Die für ihn charakteristische rechtwinklige Anordnung von Farbflächen zu L-Formen prägt auch die hier gezeigte Komposition. Vor monochronem Hintergrund verdichten sich vertikale Streifen in Rot, Orange, Ocker und Schwarz zu einer ovalen Form. Rechteckige, teilweise ineinandergreifende Farbflächen treten hervor und durchbrechen die Regelmäßigkeit der Streifenstruktur. Aus dem Zusammenspiel von Linie, Fläche und Zwischenraum entstehen räumliche und optische Bewegungseffekte. Fleischmann verbindet geometrische Ordnung mit einer malerischen Ausführung. Trotz ihrer formalen Klarheit vermitteln seine Werke jedoch nicht den Eindruck technischer Konstruktion. Fleischmann steht den Positionen der Konkreten Kunst und der Op Art nahe, ohne jedoch deren streng systematisch-wissenschaftlichen Ansatz zu folgen.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-1611
- Material / Technik:
- Öl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Künstler:in und Nachfolge / Foto: Kunstmuseum Stuttgart