Das Werk »Kollision« besteht aus zwei Teilen: zum einen aus einem wuchtigen Stahlband, das in sich eingerollt ist, und zum anderen aus einer gebogenen Stahlform mit zylindrischen Fortsätzen. An vielen Stellen sind starke Bruchkanten, Einrisse und Ausstülpungen zu erkennen, wodurch das Werk wie eine materialbetonende abstrakte Plastik wirkt. Tatsächlich aber handelt es sich um Fundstücke von der Großbaustelle Stuttgart 21, auf deren Areal sich das Atelier von Erik Sturm seit einigen Jahren befindet. Sie ist Bezugspunkt seines Schaffens. Während der Bauarbeiten stieß dort ein Bohrer auf einen verschütteten Treppenschacht aus den 1970er-Jahren. Das Bohrgerät verformte den massiven Stahlträger des Schachts schneckenförmig, als handle es sich um weiches Material. Das dabei abgebrochene Teil des Bohrkopfs bildet das zweite Fragment der Plastik.
Die von Erik Sturm präsentierten Teile dieses Zusammenstoßes veranschaulichen, wie massiv die Menschheit für ihre Zwecke in die Erdoberfläche vordringt, ohne sich Gedanken über das darin Befindliche und die Konsequenzen dieser Eingriffe zu machen.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-044
- Material / Technik: Stahl
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Erik Sturm / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart