Janus und Schrift

Größe218 x 195 cm
Gemeinsam mit Horst Antes und Dieter Krieg ist Walter Stöhrer in den späten 1950er-Jahren Schüler von HAP Grieshaber an der Karlsruher Kunstakademie. Schon früh interessiert er sich für antiakademische Tendenzen in der zeitgenössischen Malerei, etwa den Primitivismus Jean Dubuffets oder die Werke der COBRA-Künstler Asger Jorn und Karel Appel. Es ist eine bewusst rohe Kunst, angeregt durch Arbeiten in Graffiti, Kinderkritzeleien oder Bilder von psychisch kranken Menschen. Zugleich fasziniert Stöhrer das surrealistische Verfahren der sogenannten Écriture automatique als unmittelbare, von Konventionen freie Übersetzung eigener Gedanken und Gefühle in bildnerische Aktion. Er beginnt die Arbeit an der Leinwand häufig mit einem Zitat, das in malerischer Geste auf den weißen Grund aufgetragen wird. Literatur ist Stöhrer stets Wegbegleiter und eine wichtige Quelle der Inspiration. Das Zitat verlangt nach Antwort, Fortsetzung oder Verwerfung. Stöhrer führt diesen Dialog mit größter Intensität. Die Farbe trägt er dynamisch mit dem Pinsel, dem Spachtel und Bürsten und unter körperlichem Einsatz auf die Leinwand auf, wobei er den Malprozess immer wieder unterbricht und kritisch prüft. Abstrakte und figurative Elemente fließen dabei ineinander.
Werkdaten
Inventarnummer:
2001-019
Material / Technik:
Mischtechnik auf Baumwollgewebe
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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