Han-i, Sandrelief I

GrößeBildmaß: 100 x 81 cm

Auf einen weißen Untergrund setzt Willi Baumeister eine ebenfalls weiße mit Sand strukturierte Form. Je nach Lichteinfall hebt sie sich plastisch vom Grund ab oder scheint in ihm zu versinken. Das Motiv übernimmt Baumeister aus der Druckgrafik und überträgt es ebenfalls in ein Relief aus Holz.
Der Drucker Luitpold Domberger berichtet über die Entstehung dieses Zeichens. Er erklärt, dass Baumeister während der Arbeit an seinen Serigrafien in Dombergers Werkstatt mit einer Druckwalze experimentiert und damit spielerisch über einen Bogen Packpapier fährt. Die Form, die dabei entsteht, kommentiert der Künstler mit den Worten: »Der Zufall macht die schönsten Sachen.« Baumeister belässt es jedoch nicht bei diesem zufälligen Ergebnis, sondern schneidet den Umriss mit der Schere aus. Das zeichenhafte Symbol seiner sogenannten Han-i-Bilder ist geboren.
Die Werke der »Han-i«-Serie gehören zu Willi Baumeisters letzten Arbeiten: 1955 findet in der Galerie Cercle Volney in Paris eine Ausstellung abstrakter Kunst statt, in der auch Baumeister mit einigen Arbeiten vertreten ist. Parallel dazu wird in einem Pariser Museum chinesische Kunst aus der Han-Zeit gezeigt, die Baumeister tief beeindruckt. Diese Ausstellung inspiriert ihn wohl auch zu seiner Wortschöpfung »Han-i«. Er stirbt am 31. August 1955 vor der Staffelei in seinem Atelier.

Werkdaten
Inventarnummer: BB-2126
Material / Technik: Öl mit Kunstharz und Sand auf Hartfaserplatte
Creditline: © VG Bild-Kunst, Bonn 2024 / Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2024 / Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart
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