Hammerschmiede

Größe84,3 x 104,8 x 5,3 cm
Diffuses Sonnenlicht fällt durch Fenster und Türen einer großen Halle und beleuchtet die Maschine in der Bildmitte. Sie wirkt wie ein schlafendes Ungetüm, ihre beiden Hämmer auf der linken Seite verharren in Stille. Auch von der Glut der glühenden Eisenstücke, die unter den Schlägen der Hämmer geschmiedet werden, fehlt jede Spur. Überhaupt ist die Halle menschenleer. In dunkeltonigen Farben zeichnet Friedrich von Keller ein intimes Porträt einer Maschine, die im Betrieb alles von den Arbeitern in der Fabrik abverlagen würde.
Seit etwa 1887 nutzt Keller die Hammerschmieden des Hüttenwerks Wasseralfingen, heute ein Stadteil von Aalen, als Motiv. Bis 1910 malt er davon neben zahlreichen Studien über zwanzig Gemälde. Keller thematisiert als einer der ersten Maler in Deutschland die alltägliche körperliche Arbeit in Fabriken. Ist die Maschine in Betrieb, bietet das Motiv der Hammerschmiede Gelegenheit zur Darstellung dramatischer Beleuchtungseffekte. Ohne Licht und Schatten, die vom funkensprühenden Metall oder von Dampf- und Rauchschwaden ausgingen, stellt die hier gezeigte Hammerschmiede jedoch ein stummes Gegenbild dar. Es zeigt einen der seltenen Momente, in denen die menschenleere Fabrik zur Ruhe kommt.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-0403
Material / Technik:
Öl auf Leinwand
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

1914 vermutlich Nachlass Keller; 1914–? Kunsthändler F. Fleischhauer, Stuttgart; 1914?–? ?; ?–1937 Gotthilf Krieg, Stuttgart; Dez. 1937–heute E: LHS Stuttgart, B: Kunstmuseum Stuttgart

Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart
Permalink