Großes Familienbild

Größe125,5 x 95 cm

Der Maler zeigt sich mit Palette, Mutter und Bruder vor der Staffelei. Die Dargestellten sind nüchtern-distanzierte Beobachtende. Auf allem liegt ein kühler sachlicher Blick.
Wilhelm Schnarrenbergers »Großes Familienbild« von 1925 zählt zu den bekanntesten Kunstwerken der Neuen Sachlichkeit in Deutschland. Die Galerie der Stadt Stuttgart erwirbt es erst 1971. In der Weimarer Republik kauft die Städtische Galerie nur wenige bedeutsame Werke neusachlicher Künstler:innen, im Dritten Reich gar keine. Denn deren gesellschaftskritische Darstellung der Wirklichkeit wird abgelehnt. Arbeiten von Volker Böhringer, Karl Hubbuch, Georg Scholz und Wilhelm Schnarrenberger – die letzten drei bis 1933 Professoren an der Kunstakademie Karlsruhe – gelangen alle erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Sammlung.
Das Gemälde war stets im Besitz der Familie Schnarrenberger. Die Witwe verkauft es, als sein Erhaltungszustand immer fragiler wird. Es stand bis zum Tod des Künstlers lange im ungeheizten Atelier.

Werkdaten
Inventarnummer: O-1860
Material / Technik: Öl auf Leinwand
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

1925–1966 Wilhelm Schnarrenberger, Karlsruhe; 1966–25.1.1971 Michaela Schnarrenberger, Karlsruhe; 25.1.1971 Städtische Galerie, Stuttgart

Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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