Großer Feldblumenstrauß

Größe44 x 40 cm
In seinem Werk widmet sich Fritz Lang immer wieder dem Blumenmotiv. Vor allem im Holzschnitt gestaltet er zahlreiche Drucke von Blumensträußen, die sich durch eine klare Ästhetik mit starken Einflüssen von japanischen Farbholzschnitten auszeichnen. Die Drucke, die vor dem Ersten Weltkrieg entstehen, haben meist einen schwarzen Hintergrund. Darauf trägt Lang einen Unterdruck aus Weiß und Silberbronze auf, um die Leuchtkraft der Farben zu verstärken. Nach einer Reise nach Ostafrika 1928 werden die Drucke zunehmend bunter und heller und zeigen noch stärkere Bezüge zu japanischen Holzschnitten. Das Bild »Großer Feldblumenstrauß« beschließt eine Blumenserie, die 1922 entsteht. Es findet solchen Anklang, dass das Motiv ein Jahr später in großer Auflage als Lithografie veröffentlicht wird. Daraus stammt auch das hier gezeigte Blatt. Anders als bei früheren Drucken auf dunklem Untergrund zeigt Lang den großen Feldblumenstrauß ohne Vase; der Blick wird ganz auf die Farben der Blumen gelenkt. Abweichend von der Dreifarbigkeit, die zumeist seine Blumendrucke bestimmt, setzt er hier auf ein breiteres Farbenspektrum. Dadurch wirkt der Blumenstrauß sehr lebendig. Die größere Farbenvielfalt bringt es jedoch mit sich, dass die Reproduktion des Bildes aufwendiger ist. Jede Farbe erfordert einen weiteren Druckstock, der passgenau angefertigt werden muss. Der üppige Strauß wilder Blumen steht zudem durch die Vielfalt der Blumen im Kontrast zu den übrigen Blumenholzschnitten von 1922, in denen Lang die Gartenblumen einzeln im Hochformat in Schwarz auf weißem Hintergrund zeigt. Als »Mein Blumengarten« widmet Lang jedes Blatt dieser Serie namentlich einer anderen Frau – offenbar sehr zum Unmut seiner Ehefrau Lotte.
Werkdaten
Inventarnummer:
S-0013
Material / Technik:
Farblithografie auf Papier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Fritz Lang, Mittelbiberach / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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