Großer Doppelkopf Nr. 5

Größe84 x 80 x 78 cm
AusgestelltSammlung 0 Raum 2
Fein säuberlich markiert die Kante der bläulichen Glasur, wo die Hälften des »Großen Doppelkopfes« von Thomas Schütte voneinander zu spalten wären. Eine ist in dieser hellen Glasur gefasst, die andere zeigt dagegen die blassgrüne Grundfarbe. Gerade dieser freie malerische Einsatz der Glasurfarbe gehört zu den Wiedererkennungsmerkmalen von Schüttes Plastiken. Sie dient nicht nur der Farbfassung der Keramik, sondern ist ein künstlerisch eigenständiger Bestandteil, der wesentlich zur Wirkung des Werks beiträgt. Bei der hier gezeigten Arbeit wölben sich beiderseits der Trennlinie überlebensgroße Kopfhälften vor. Schütte gestaltet sie teils realistisch, teils belässt er sie in einem eher groben Zustand. Die Übergänge sind dabei fließend. Die Plastiken erhalten dadurch oftmals einen besonders lebendigen Ausdruck, der im konkreten Fall durch die Überlebensgröße der Köpfe beinahe ins Groteske gesteigert wird. Zugleich geht es Schütte dabei auch im die Wirkung des Materials. Die beiden Kopfhälften erinnern an den römischen Gott Janus, dessen zwei Gesichter unter anderem für die beiden Pole Zukunft und Vergangenheit stehen. Durch die realistische Darstellung der Gesichter überführt Schütte die Aussage in unsere Lebenswelt.
Werkdaten
Inventarnummer:
Material / Technik:
Glasierte Keramik auf Stahlsockel
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart, Leihgabe aus Privatbesitz
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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