William Straubes künstlerisches Interesse an expressiven künstlerischen Ausdrucksmitteln wird in seinem 1917 gemalten Gemälde »Große Liegende« deutlich. Kühn und mit leuchtstarken Farben ist der weibliche Halbakt schräg rückwärts lehnend in die Bildfläche gesetzt. Der Einfluss der französischen »Fauves«, der »Wilden wird rasch deutlich. Doch auch die expressionistischen Zeitgenossen in Deutschland und Adolf Hölzels Lehre der Farbkontraste prägen Straubes Malerei eindeutig. Statt allein bunt zu sein, ergänzen sich in »Große Liegende« die Farben des Dreiklangs aus Gelb, Blau und Rot zur Ganzheit des Farbenkreises.
Im Alter von 44 Jahren zieht William Straube 1914 von Berlin nach Stuttgart, um ein Jahr Unterricht bei Adolf Hölzel zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits eine gründliche Ausbildung an der Berliner Akademie und in Paris bei Henri Matisse hinter sich. Doch scheint für Straube die Ausbildung erst mit dem Studienjahr bei Hölzel abgeschlossen. Hölzels Ruhm strahlt damals weit über Stuttgart hinaus, war bei ihm doch eine besonders fundierte Kompositionslehre und ein intensiver Umgang mit den Spektralfarben zu lernen.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-1418
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart