Die Farbe Blau nimmt eine Sonderstellung in Karl Duscheks Farbverständnis ein. Einerseits kennzeichnet das Blau, so Duschek, »eine unergründliche Tiefe«. Andererseits versage es, wenn es darum geht, ein akzeptables Ergebnis »zwischen zu wenig Reinheit und ›gedeckt‹ sein auf der einen Seite und Leuchtkraft bzw. Helligkeitswert auf der anderen« zu erzielen. Ganz andere Möglichkeiten in der Bildwirkung eröffnet hingegen die Farbe Grün: »Das Grün ist die stärkste Farbe der Sekundärfarben. Grün ist stärker als Blau.« Es ist somit wohlkalkuliert, wenn Duschek im hier gezeigten Gemälde dem blauen Rechteck ein mittelgroßes Flächenmaß gewährt. Flankiert wird es von einem deutlich größeren gelben und einem beinah winzigen roten Rechteck, während die grüne Form an den unteren Bildrand gedrängt ist. Die Frage, die der Komposition zugrunde liegt, lautet demnach: Wie groß muss das blaue Rechteck sein und wie bildbeherrschend muss es platziert werden, damit es visuell den andersfarbigen Pendants Paroli bieten kann?
Werkdaten
- Inventarnummer: 2016-070
- Material / Technik: Acryl auf Leinwand
- Creditline: Nachlass Karl Duschek
Lizenzhinweis
© Meike Gatermann / Foto: Kunstmuseum Stuttgart