Otto Dix erlebt den Ersten Weltkrieg als Frontsoldat und hält seine Eindrücke in schnellen, unmittelbaren Skizzen fest. Das hier gezeigte Pastell scheint spontan, fast hektisch während des Geschehens gezeichnet. Doch trotz dieser reduzierten Darstellung vermag Dix ein klares Bild der Szenerie wiederzugeben. Im Zentrum klafft der titelgebende riesige Granattrichter. Er ist umgeben von kleineren Einschlagskratern, die einen Eindruck von der zerstörten Landschaft vermitteln. Links und am Horizont ragen Befestigungen aus senkrechten Pfählen aus der Erde auf. Auf dem Schlachtfeld werden Leuchtkugeln in den Himmel geschossen. In ihrem minutenlangen Flug bringen sie Licht in die schützende Dunkelheit und schaffen für einen kurzen Moment Klarheit inmitten des Chaos. Die Gefechtsfeldbeleuchtung ermöglicht den Truppen, sich ein Bild von der Lage zu machen und Ziele zu lokalisieren.
In seiner kleinen Zeichnung fängt Dix die geisterhafte Stimmung des vom Krieg verwüsteten Niemandslands ein.
Werkdaten
- Inventarnummer: T-0337
- Material / Technik: Pastell auf Ingresbütten
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart