In ihrer künstlerischen Praxis verwandelt die US-amerikanische Künstlerin Rachel Harrison Alltagsgegenstände in skulpturale Werke. Durch die Veränderung von formalen Aspekten wie Beschaffenheit, Farbe und Maß werden die Gegenstände von ihrem ursprünglichen Zweck und Nutzen entbunden. Oft führt dies zu grotesken Formen, die auch eine gewisse Ironie mit sich bringen.
Ihre Plastik »Gold Pencil« gelangt 2022 im Zuge einer Schenkung in die Sammlung des Kunstmuseums. Der Titel verrät sachlich und präzise, um was es sich bei dem Objekt im Kern handelt: goldfarben gefassten Bleistift. Dieser ist aber mit Zement ummantelt und so nur noch rudimentär als Stift zu erkennen. Aufgrund des formgebenden Zements gleicht er nun viel eher einem Füller oder Federhalter. Zusätzlich exponiert wird der Stift durch die Glasvase, in der er lehnt. Sie sorgt für einen Lupenblick auf die fragile Stellung des Stifts. »Gold Pencil« macht sichtbar, was sich als zentrale Idee durch das Schaffen der Künstlerin zieht: Alle Gegenstände, wie banal sie auch sein mögen, sind beachtenswert.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-053
- Material / Technik: Bleistift, Zement, Acryl und Glas
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Greene Naftali Gallery / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart