Glasfenster für das Sozialamt Stuttgart

Größe208,1 x 273,4 cm
Das Glasfenster für das Stuttgarter Sozialamt gehört zu vier Auftragsarbeiten, die Ida Kerkovius in den 1950er-Jahren nach eigenen Entwürfen für die Stadt Stuttgart anfertigt. Das Fenster knüpft in einem modernen Stil an die Tradition alter Kirchenfenster an. Es besteht aus drei hochrechteckigen Tafeln, die durch Bleiruten unterteilt sind. Kerkovius hat die Felder mit einer Vielfalt an Farben gestaltet; Komplementärfarben sind dabei nebeneinandergesetzt: Blau neben Orange, Lila neben Grün. Dadurch entsteht eine besondere Tiefenwirkung und Leuchtkraft der gesamten Komposition. Kurz bevor das Gebäude des Sozialamts 1996 abgebrochen wird, kann das Fenster noch ausgebaut und gerettet werden. So gelangt es als Kunstwerk in die Sammlung des Kunstmuseums. Kerkovius erlernt die Glasmalerei bereits in jungen Jahren an der Stuttgarter Akademie bei ihrem Lehrer Adolf Hölzel. Als dessen Assistentin, aber auch unschätzbare Beraterin ist sie auch in seine Glasmalerei mit einbezogen. Von 1920 bis 1924 studiert sie zudem am Bauhaus in Weimar, wo sie mit Künstlern wie Wassily Kandinsky und Paul Klee in Kontakt kommt. Deren Einfluss zeigt sich deutlich in ihrem Werk: Sie verbindet ungegenständliche Abstraktion mit intensiven Farben und geometrischen Formen.
Werkdaten
Inventarnummer:
2008-041
Material / Technik:
Überfangglas, verbleit
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Kerkovius Archiv Wendelstein / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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