Gudrun Pipers konstruktiv-konkrete Komposition »Gitter und Quadrate« beruht sowohl im Format als auch in der Komposition auf dem Quadrat. Ein Raster aus sechs mal sechs gleich großen Quadraten, deren Seiten perspektivisch dargestellt sind, bildet ein plastisches Gitter im ockerbraunen Bildraum. Durch die diagonale Teilung der Grundquadrate an einigen Stellen entsteht ein weiteres Gitter aus kleineren und größeren auf der Spitze stehenden Quadraten. Die Einzelformen der Gitter überlagern und durchdringen sich deckend oder durchscheinend. Farblich sind die einzelnen Elemente entweder aufeinander abgestimmt oder kontrastreich und leuchtend in Bezug zueinander gesetzt. Alle Kompositionselemente sind vom Quadrat abgeleitet. Dennoch erscheint das auf den ersten Blick aus reinen Flächenformen bestehende Bild als eine komplexe, vielschichtige Konstruktion aus unterschiedlichen Raumeinheiten.
In Pipers frühen Werken sind die Motive zunächst noch gegenständlich, werden dann aber ab den späten 1940er Jahren zunehmend abstrakter. Mit Beginn der 1950er-Jahre entwickelt Piper schließlich eine konkret konstruktive Bildsprache, die zu ihrem zentralen Gestaltungsvokabular wird. Das Quadrat gilt ihr dabei als »das reinste Zeichen« und als »das wesentliche Ausdrucksmittel der konkreten Kunst«.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- LG-Te-204
- Material / Technik:
- Lack auf Holz
- Creditline:
- Sammlung Heinz und Anette Teufel im Kunstmuseum Stuttgart