Dem Titel nach zeigt Otto Dix in seinem Landschaftsgemälde lediglich ein abendliches Gewitter über einer Stadt. Doch lässt er den Himmel feurig glühen, als sei der Weltuntergang angebrochen. Zwischen zwei Hügeln öffnet sich ein weiter Landschaftsausschnitt. Dort liegt eine detailreich gezeichnete Stadt. In ihrem Umland liegen weitere Dörfer, Brücken, Straßen und Wege. Über Stadt und Land lasten bedrohlich wirkende Gewitterwolken. Sie ergießen sich in gewaltigen Regenströmen und tauchen die Landschaft in Dunkelheit. Der sich über die oberen beiden Bilddrittel ausdehnende Himmel wird von der untergehenden Sonne rot eingefärbt. Er ist eher abstrakt gehalten. Trotzdem erzeugt er ein schauriges Leuchten.
Vor allem in seinen Landschaftsbildern vertieft sich Dix in der Zeit des Rückzugs an den Bodensee während der NS-Diktatur in altmeisterliche, spätmittelalterliche Maltechniken. Er schildert dramatische Naturszenen, in denen Menschen weitgehend abwesend sind. Der Künstler formuliert bildnerische Gleichnisse für die Bedrohungen des menschlichen Seins durch den Krieg und das Leben in der Diktatur.
- Inventarnummer: LG-051
- Material / Technik: Öl und Tempera auf Holz
- Creditline: Dauerleihgabe aus Privatbesitz
1942–1949 Otto Dix, Hemmenhofen; 1949–1955, 5.1. Nelly Thaesler(-Dix), Günther Thaesler, Hemmenhofen; 1955, 5.1.–1977 Dr. med. Günther Thaesler, Dermatologe, Radolfzell, Ehemann von Nelly Dix; 1971–2015 Leihgabe an die Galerie der Stadt Stuttgart; 1977–2015 Alexander und Stephan Thaesler (seit 1977 Erbengemeinschaft), Söhne von Günther Thaesler (gest. 1977) und seiner zweiten Frau, Helga Thaesler (gest. 1976); 2015 Kunstmuseum (früher Städtische Galerie) Stuttgart
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