Der Stuttgarter Textilfabrikant Otto Ulmer (1904–1973) beginnt vor dem Zweiten Weltkrieg mit der Landschaftsmalerei. Davon löst sich der Autodidakt nach dem Krieg schrittweise und findet den Weg zur Materialcollage. Geprägt vom täglichen Umgang mit Textilien entwickelt er Stoffcollagen, wie die Arbeit »Gepunktet« von 1967, die im Besitz des Kunstmuseums ist. In diesem Werk fügt er auf unbehandeltem groben Leinen Textilsprenkel ein, die er mit roten Punkten überzieht, um dem Bild eine gleichmäßige Struktur zu verleihen.
Andere Werke ergänzt er durch Zeitungsausschnitte oder Fundstücke von der Straße. Ulmers Bilder sind farblich zurückhaltend und werden im Laufe der Jahre zunehmend monochrom. Sein Umgang mit Materialien mag für die 1960er Jahre zunächst nicht ungewöhnlich erscheinen. Man denke nur an die Fluxus-Bewegung. Doch ist sein Werk für einen Laien, der wenig Kontakte zur Kunstszene pflegt, doch überraschend und sehr bemerkenswert.
Werkdaten
- Inventarnummer: V-0433
- Material / Technik: Materialcollage auf Hartfaserplatte
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Künstler:in und Nachfolge / Foto: Kunstmuseum Stuttgart