Gefangennahme des Julius Sabinius

Größe77 x 89 x 7 cm
Das Gemälde »Verhör des Julius Sabinus vor dem Kaiser Vespasian« zeigt eine Szene aus einem legendenhaft ausgeschmückten Bericht des antiken Schrifstellers Plutarch: Nach dem Tod Kaiser Neros im Jahr 69 erheben sich Germanenstämme links des Rheins. Julius Sabinus setzt sich an ihre Spitze und wird im Jahr 70 römischer Gegenkaiser in Nordgallien. Im Kampf um ein unabhängiges Imperium unterliegt er Kaiser Vespasian und muss sich verstecken. Der Legende nach lebt er neun Jahre lang in einer Höhle, wo er nachts von seiner Frau Empona aufgesucht wird. In dieser Zeit bekommen sie zwei Kinder. Im Jahr 79 entdecken die Römer Sabinus und bringen ihn mit seiner Familie nach Rom. Empona fleht um Gnade für ihren Gatten. Als Vespasian die Hinrichtung nicht in eine Begnadigung umwandelt, entscheidet sie sich, mit Sabinus in den Tod zu gehen. So wird Empona zu einem Symbol für Treue. Die Geschichte ist im späten 18. Jahrhundert ein beliebter Stoff. Sabinus' vornehme Abstammung – er behauptet, ein Urenkel Caesars zu sein – und seine Herkunft vom keltischen Volk der Ligonen in Gallien sind geeignet, in ihm einen Anführer der im Norden lebenden Völker im Unabhängigkeitskampf gegen Rom zu sehen. Im Zeitalter der Aufklärung beginnen in Deutschland Gelehrte wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Johann Gottfried Herder, sich mit der Herkunft der Deutschen (»Germanen«) sowie ihrer Geschichte und Sprache zu befassen. Neben dem »Verhör des Julius Sabinus vor dem Kaiser Vespasian« setzt Philipp Friedrich Hetsch auch die Gefangennahme von Julius Sabinus in einem Gemälde um. Er legt beide Werke als Bildpaar an, in dessen Mittelpunkt Empona und ihre Treue stehen. Um 1800 fertigt der österreichische Bildnisstecher Johann Peter Pichler eine Druckgrafik von Hetschs »Verhör« an, die zur Verbreitung und Bekanntheit des Gemäldes beiträgt.
Werkdaten
Inventarnummer: O-0767
Material / Technik: Öl auf Holz
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

1796–? Philipp Friedrich Hetsch (Künstler); ?–? ?; ?–1943 Gustav Schleicher, Stuttgart; Okt. 1943–heute E: LHS Stuttgart, B: Kunstmuseum Stuttgart

Lizenzhinweis
Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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